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I LIKE TO MOVE IT MOVE IT: IVO
DIMCHEV UND WILLI PRAGER AN DER HAUPTSCHULE ESTERNBERG
Von Daniel Aschwanden
Übers lärmende
Autoradio im roten Kleinwagen verkündet die Stimme des Bayern3 Sprechers, dass
ein Traktorfahrer, der die Kontrolle über sein Gefährt verloren hatte, drei
Mädchen erfasste und schwer verletzte. Sie wurden alle nach Passau
eingeliefert, die Stadt, die wir soeben verlassen. Es regnet in Strömen. Am
Steuer des Wagens sitzt mit angestrengtem Gesichtsausdruck der Choreograf Ivo
Dimchev, und kurz vorher ist sein Partner in dem Linz 09 Projekt, Willi Prager
zugestiegen. Der Wagen rast über den nassen Asphalt, während die ansteigende
Temperatur im Wageninneren die Scheiben rundherum sich beschlagen lässt, was
Ivo aber nicht zum Anlass nimmt, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Durch eine
immer kleiner werdende Öffnung starrt er auf die kurvige Landstrasse, die sich
durchs Grün-Grau schlängelt. Dann eine Abzweigung, ein Wegweiser – Linz 130 km,
Esternberg 4 km. Zwei Lastwagen, sich schraubende Kurven, ein paar Häuser, der
Parkplatz vor dem modern anmutenden Hauptschulgebäude.
Angedockt an das
Untergeschoss der Esternberger Hauptschule liegt die Turnhalle. Sitzend auf
einer langezogenen Front von ausgerichteten Stühlen warten die 25 etwa
13-jährigen Schüler und Schülerinnen der 3. Klasse. Gegenüber stehen in den
Ecken Lichtstative mit Scheinwerfern, die darauf hinweisen, dass dieser Raum
zweckentfremdet verwendet wird. Ivo Dimchev unterhält sich mit einer Lehrerin – es ist kalt in der Halle und „Nein, die Heizung kann nicht aufgedreht werden,
da sie ab Mai komplett ausgeschaltet wird“. Also ruft Dimchev die SchülerInnen
zu einem Kreis zusammen und leitet energisch ein dynamisches Warm-up an.
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Während impulsartige
Bewegungen, heftiges Atmen, Stampfen von Schreien begleitet die Halle erfüllen,
stellt sich ein freundlicher Herr vor. Es ist Hans Schachinger, selbst Lehrer
und Koordinator der „I Like to Move It Move It“-Projekte an den Schulen. „Acht
Schulen wurden für den Versuch ausgewählt“, berichtet er. „Es waren die ersten,
die sich gemeldet hatten und sich bei einem Regionaltreffen vorstellten.“
Später seien noch viele dazugekommen, die Resonanz sei also positiv gewesen.
Unverhohlene Begeisterung spricht aus seinen Äusserungen über das Esternberger
Projekt. Die riesigen Entwicklungsschritte der Schüler erwähnt er genauso wie
das harte Leben der freischaffenden ChoreographInnen, das er vorher so gar
nicht gekannt habe. Und als er Dimchevs und Pragers internationale Erfolge
erwähnt, spricht sogar ein wenig Stolz aus ihm. Er selber bekleide die Rolle
des „Produzenten“. „Das bin ich aber nicht, ich sehe mich eher als
,Möglichmacher‘“, sagt er bescheiden, und ich nehme an, dass er dabei mächtig
untertreibt.
„Sollen wir uns gleich
umziehen“, fragt jemand – auf dem Boden liegt ein Stapel Schreibhefte, auf den
sich nun die Schüler stürzen. Auf die Frage, worüber sie denn geschrieben
hätten, antwortet einer: „Ah, damit haben wir uns über die Zeit hin Gedanken
gemacht, was eine gute oder eine schlechte Zeit ist. Oder dass sie vergänglich
ist, jeder hat seine eigenen Ideen dazu notiert.“
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Die Jugendlichen
kehren in farbigen Abendkleidern oder Anzug und weissem Hemd zurück. Ivo
Dimchev müht sich mit einem Scheinwerfer ab, der mittig an eine Sprossenwand
gehängt wird und nicht leuchten will. Der Hauswart befürchtet, dass die
Sicherungen „schießen“ werden. Schließlich funktioniert alles, langsam senken
sich die automatischen Rouleaus – aus der Turnhalle wird eine Kunst- und
Aufführungshalle, als deren Patin Pina Bausch unsichtbar und doch beinahe
physisch tastbar im Raum steht. Gelblich wärmliches Licht wirft weite Kegel,
spiegelt sich auf auf dem Kunststoffboden, lässt die Orange- und Blautöne der
Kleider leuchten und unterstreicht die Rosa- und Braunschattierungen der
blossen Haut auf Schultern und Schenkeln, in den Gesichtern. Die Magie greift,
und im Licht scheinen sich die Erwachsenen, die sie in absehbarer Zeit sein
werden, aus den Kindern und Jugendlichen zu schälen und in seltsam klassisch anmutender
Weise in Tanztheater-Akteure aus einer vergangenen Zeit zu verwandeln.
Eine Welle von Körpern
brandet durch die Tür, wird vom Licht erfasst, ergießt sich in den Raum,
zuckende, aufspringende, lärmende Körper, die Bewegungen lautstark von Stimmen
untermalt. „Stop!“, brüllt Ivo Dimchev. „Das nennt Ihr laut?! Noch einmal,
lauter! Habt ihr gehört?! Lauter, viel lauter!“ Dieser „Lehrer“ kann's nicht
laut genug haben, und wirklich steigert sich der Lärmpegel beim nächsten
Versuch beachtlich, und beim übernächsten und darauffolgenden noch einmal.
Präzision und Exaktheit sind hier ganz offensichtlich Forderungen, auf die mit
Nachdruck bestanden wird.
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Ein paar Szenen
weiter. Ein Mädchen kniet auf dem Boden, vor der langen Stuhlreihe. Die
Jugendlichen, die darauf sitzen, stossen der Reihe nach Befehle aus: „Knie
nieder!“ – „Ja.“ – „Streck' die Zunge raus!“ – „Ja.“ Hier unterbricht Dimchev,
geht zu ihr hin, „Versuche, Variationen in deinen Antworten zu finden“,
suggeriert er. „Verwende unterschiedliche Worte, und spiele mit der
Lautstärke!“ Und die Gruppe erhält die Anweisung: „Alles von vorne!“ Von Neuem
beginnt das Spiel mit den Demütigungen. „Knie nieder!“ – „Gerne!“ „Stell' dich
tot!“ – „Werd ich machen!“ „Spuck' auf deine Füsse!“ – „Aber sicher!“ „Wälze dich
auf dem Boden!“ – „Ist mir ein Vergnügen.“
„Und jetzt nicht
vergessen, die Bälle und Seile zu holen! Sorry, you have to go back to your
positions. There is a hole, we have to close it“, ordnet Ivo Dimchev an.
Flüsternd frage ich die Klassenlehrerin, die das Geschehen wie ich von einer
Turnbank aus verfolgt, wie denn die Kinder auf die englische Arbeitssprache
reagierten. „Grundsätzlich gut, sie haben es akzeptiert“, meint sie. „Ein
Mädchen hat im Deutschunterricht plötzlich zu lachen begonnen – weil sie mitten
im Wort auf Englisch weitergeschrieben hat.“
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Willi Prager wendet
sich einer Gruppe von Buben zu, die die Konzentration verloren haben und auf
dem Boden lümmeln. „Wenn ihr aussteigt, zerstört ihr die Arbeit der andern,
versteht ihr das?“, fragt er sie. Und erhält nach längerem Schweigen jenes
mürrische Nicken, mit dem sich die Schüler wohl schon seit Beginn der
institutionalisierten Schule – meist ohne zu verstehen – ins Unabänderliche
schicken und der Autorität beugen. „Für die Buben ist das eine riesige
Herausforderung, weil sie schon grosse Probleme damit gehabt haben, sich so
darzustellen – die Mädchen sind reifer und eher geneigt, so etwas zu machen.
Dass sie es geschafft haben, ist den Buben also höher anzurechnen!“ meint die
Lehrerin später.
Es erscheint beinahe
paradox. Die Choreografen treten obsessiv auf, autoritär sogar, verkörpern das
Interesse an einer Sache, die ihnen extrem wichtig ist und den vollen Einsatz
davor. Einsatz und Resultat sind jedoch überprüfbar, und es ist immer klar, dass
es um eine Sache geht, eine Sache namens Kunst. Hier treffen also
unterschiedliche Kontexte von Disziplinierung aufeinander. Diejenige der
Instituition Schule und diejenige von Tanztheater als Vertreterin der Kunst.
Was lernen die Kinder und Jugendlichen?, frage ich mich. Nebst einer Menge
Selbsterfahrung und Respekt für „anderes“, nebst Lust und Intensität im Umgang
mit dem Körper lernen sie auch, dass Einsatz zum persönlichen Ziel führen kann.
Für die meisten wird dieses nicht im Kunstbereich liegen. Aber dieses Wissen
lässt sich transferieren, und es könnte dann heissen: „Mut zur
Selbstermächtigung“.
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Nach vielen
Wiederholungen und Korrekturen unterbricht Dimchev die Probe für die
Mittagspause. Ich folge den beiden Choreografen zum Esssaal, voller Assoziationen,
die zwischen Elfriede Jelineks Sportstück, ländlichem Krippenspiel und Pina
Bauschs Tanztheater oszillieren. Unterwegs erscheinen bereits die ersten Jungs,
angebissene Äpfel in den Händen, fragen sie mit vollen Mündern, ob sie eine
Runde Fussball spielen dürften. Beim Essen erfahre ich, dass Dimchev und
Prager, die beide in unterschiedlichen Jahren DanceWeb-Stipendiaten im Rahmen
der Internationalen Tanzwochen in Wien waren, sich vom gemeinsamen Besuch einer
experimentellen Theaterschule in Bulgarien vor 16 Jahren kennen. Obwohl sie
ansonsten unabhängig arbeiten, hat sich die Beziehung gehalten, zum konkreten
Projekt wurden sie von Guido Reimitz eingeladen.
„Kommt Herr
Schachinger auch zur Präsentation?“, fragt leicht verlegen eine Dame, von der
ich annehme, dass sie die Schuldirektorin ist. „Wissen sie, viele Lehrer haben,
na ja, keine Erfahrung mit dem … Tanzen, und da wäre es gut, wenn er eine
Information …“ – „Yes, we can speak some words“, antwortet Dimchev, und mit
einem „Guad is'!“ verabschiedet sie sich. Auch wir brechen sofort wieder zur
Turnhalle auf. Während weitere Szenen geprobt werden, frage ich flüsternd die
Klassenlehrerin, was für Auswirkungen denn die Arbeit auf die Klasse habe.
„Eine grossartige Erfahrung für die Gemeinschaft,“ meint sie, und dass die
Kinder sich ganz neu kennenlernten. Zum Beispiel sei ein Schüler, ansonsten ein
völliger Aussenseiter in der Klasse, mächtig gewachsen in der Zeit und nun viel
besser integriert.
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„Ich habe etwas
angefangen, das ich vielleicht nie vollenden werde“, sagt da eine Stimme von
der Hallenbühne, die wie eine Bierzeltstimme klingt und nicht ganz zum Schüler
passen will, aus dessen Mund sie erklingt. An einer anderen Stelle erzählt sie
Witze, welche die Partnerin überhaupt nicht lustig findet, die Kollegen auf der
lange Reihe der Stühle im Hintergrund aber schon. Sie zerkugeln sich in
Zeitlupentempo vor Lachen und klatschen auf die Schenkel. Zwei Mädchen sprechen
Unverständliches und beschließen, ihre Texte mit einem simultan vorgetragenen
„Wir danken für ihr Vertrauen, die Aufmerksamkeit, und ihr tiefes Verständnis“.
„Jede Schulklasse sollte das einmal in ihrer Schulzeit machen“, sagt halblaut,
um nicht zu stören, die Lehrerin. „Allerdings können die meisten Lehrer hier
nichts damit anfangen.“ „Wie haben sie das durchsetzen können?“, frage ich
ebenso halblaut zurück. „Ohne die Unterstützung der Chefin (Direktorin) – keine
Chance!“, kommt prompt die Antwort.
In der Halle beginnt
ein Durchlauf. „Der Erste“, fügt die Lehrerin an. Sie weiss nicht genau, wie
lange er dauert, „wohl an die 40 Minuten“, schätzt sie. „Am Ende kommen eine
Ziege und fünf Hühner dazu, die machen aber ziemlich viel Dreck, drum sind sie
heute nicht dabei. Aber die sind dann in der Mitte, da liegt Futter für die
Hühner, die Kinder sitzen im Kreis um sie herum, und es gibt ganz friedliche
Musik im Hintergrund.“
„Why are all the boys
in one half of the space and all the girls separated in the other when we said
everybody mixed everywhere? Stop! Start from the beginning!“, ruft Ivo Dimchev
lauthals. Und etwas später unterbricht er: „Here there is silence, do you
understand?!“ Und als die notorisch selben, ungeduldigen Jungs trotzdem wieder
sprechen und lachen, setzt er nochmals nach: „When its silence, its silence! If
you talk you destroy the work of the others! Don't talk!“ Und wird ziemlich
laut dabei, während die Jungs duldend und leicht errötend die Köpfe senken.
“Die Lehrer schreien
auch manchmal, das ist normal,“ meint das Mädchen, das mit Seil und
Zieharmonika ein Solo getanzt hat. Lisa und Hanna finden: „Theater ist oft so
künstlich und gestellt – wir haben gemacht, was wir machen!“ „Interessant“ und
„eine neue Erfahrung, gut für die Gemeinschaft“ meint auch G., der kein Junge
der grossen Worte ist. „Morgen um 3 noch ein Durchlauf, dann die Aufführung!“
Mit dieser Ansage verabschieden sich Dimchev und Prager. Wir hasten zum Auto.
Es geht nach Schärding – dort warten die Schüler der anderen Klasse, mit der
die beiden Künstler arbeiten, um ein Gruppenfoto nachzuholen. Scheinbar finster
blickend setzt sich Dimchev ans Steuer und gibt Gas. Bayern 3 spielt Alice
Coopers „School‘s out for ever!“ Viel Grün rauscht vor den Fenstern vorbei.
Auf die Frage, was sich durch das Projekt verändert hat, antwortet später ein
Schärdinger Schüler: „Alles!“
Daniel Aschwanden spricht für corpus
mit den Choreografen Ivo Dimchev und Willy Prager.
corpus: (insistierend)
Wie ist das nun mit der Tanztheaterreferenz ?
Ivo Dimchev:
(grinsend) Kennen wir nicht.
Willi Prager:
(lakonisch) Starb gerade aus, als wir zur Welt kamen.
Ivo Dimchev: In diesem
Alter können sich die Kids eigentlich nur durch Kopieren ausdrücken – von
Musikstars oder Schauspielern. Das ist aber für uns nicht interessant.
Willi Prager: Wir
arbeiteten mit einem anderen Ansatz – jeden Tag neue Übungen anfänglich, low
key.
Ivo Dimchev: Einmal
haben wir mit Schweinefilets improvisieren lassen – zuerst hat es sie geekelt,
und sie haben abgelehnt, dann aber haben sie es akzeptiert und die
Herausforderung angenommen. Wenn sie mit Schweinefilets Choreografie betreiben
können, können sie es mit allem.
corpus: Man könnte
Deinen Führungsstil als autoritär bezeichnen. Wie siehst Du das?
Ivo Dimchev: Die
Jugendlichen kennen ihre Möglichkeiten nicht. Indem ich sie „pushe“ (dränge),
helfe ich ihnen, neue Möglichkeiten zu entdecken. Sie sagten etwa, sie könnten
nicht laut sein! Und gerade die „schlechten“ Schüler verhielten sich noch
gedrückter und stiller, als ob sie aufgrund ihrer Position kein Recht hätten,
so laut zu sein wie die anderen. Einer davon ist in drei Wochen wahrscheinlich
innerlich mehr gewachsen, als er es unter den herrschenden sozialen Bedingungen
in einem Jahr wäre.
corpus: Was war Eure
Erfahrung in diesem Prozess?
Ivo Dimchev: Ich habe
nie vorher mit Kindern/Jugendlichen gearbeitet. Einige Bekannte meinten, ich
wäre eine Gefahr für sie. Die Kinder fürchteten sich anfänglich auch vor mir.
Aber ohne Kontrolle wäre gar nichts möglich gewesen.
Trotzdem muss ich
sagen, dass es einige sehr interessante Ergebnisse gegeben hat, dass einige der
Schulkinder interessanter sind als so manche Schauspielstudenten im 3.
Ausbildungsjahr, die alle diese Disziplin verinnerlicht haben und also
eigentlich viel näher am Material arbeiten können sollten.
Hier mussten wir dauernd 50 Prozent der Energie auf die
Entwicklung der Struktur aufwenden und gleichzeitig 50 Prozent auf die
Disziplin. Nachdem also jemand mit der Zielvorgabe „Aufführung“ gekommen ist,
gab es keinen anderen Weg. Keine oder wenig Zeit zu diskutieren.
Willy Prager: Klar,
sie haben nicht wirklich verstanden, was sie taten. Aber sie werden es später
tun. Sie mussten es durchstehen, aber sie werden nach dem Applaus glücklich
sein. Sie sind jetzt etwas Besonderes an der Schule.
Ivo Dimchev: Welcher
Art auch immer eine (künstlerische) Intervention dieser Art an der Schule ist,
sie ist gut. Weil sie so anders ist! Wir sind keine Lehrer!
corpus: Was hat es nun
wirklich mit dem Tanztheater auf sich?
Ivo Dimchev: Es ist
das Leichteste zu tun mit 25 Kindern! Eignet sich am besten für simple Ansätze,
um eine einfache Struktur zu bekommen, um Bewegung zu kreieren, genauso wie eine Gruppe. Um einen leichten
Text zu nehmen, haben wir die Selbst- Kritik der SchülerInnen verwendet.
Willy Prager: Sie
mussten immer beschäftigt werden, weil sie ohne Beschäftigung sofort die
Konzentration und die Präsenz verloren. Wir brauchten also etwas, um die Zeit
auszufüllen und die anderen zu respektieren.
Ivo Dimchev: Deswegen
Tanztheater – um es einfach zu halten! Besser ein kleines als ein großes
Durcheinander!
Künstler:
Ivo Dimchev, geboren in Bulgarien, ist europaweit als Choreograf und
Performer vor allem aufgrund seiner radikalen Arbeiten im Bereich des Physical
Theatre bekannt. Einige ausgewählte Performances sind: „Five“, Antwerpen,
Belgien 2008; „Enjoy July“, Belef theatre festival in Belgrad, Serbien 2007;
„Medea“, Zambek Theatre Festival, Ungarn 2007; „Liar“, Schweden 2007 und „Lili
Handel“, Schweden 2005. Dimchev ist auch Gründer und Leiter der Humarts
Foundation und organisiert jedes Jahr einen internationalen und nationalen
zeitgenössischen Choreografie-Wettbewerb in Sofia. Seit September 2007 besucht
Ivo Dimchev das zweijährige Programm der Dasarts Academy in Amsterdam. Er
erhält zahlreiche Auszeichnungen, z. B. den Award for the best dance theatre production
für die Trilogie „2 solos 1 duet/Thank you“, „The R and Golden duet/- SZASZSZ“,
13th Alternative Theatre Festival in Ungarn (2007).
Willy Prager ist freischaffender Künstler und Abgänger des
Theater-Studios 4XC in Sofia. Er studiert Synthetic Performing Arts an der
Universität Plovdiv, Bulgarien. Er ist Stipendiat des danceWEB Europe Programms
und arbeitet mit Regisseuren und Choreografen wie Galina Borissova, Nikolai
Georgiev, David Zambrano und mit ACTO Portugal. In den letzten Jahren arbeitet
er in Projekten mit Deufert & Plischke, Thomas Lehmen, Dalija Acin, Xavier
le Roy and Matej KejĹľar. Willy Prager ist künstlerischer Leiter eigener Stücke
wie „Prager Strasse“, „Watch Your Back“, „Game-a-Porter“, „Simultanious“ und
ist als Produzent tätig (NOMAD Dance Academy, Sofia; Antistatic – Festival für
zeitgenössischen Tanz und Performance; Mobile Studio, Sofia u.a.). Willy Prager
ist Mitbegründer von Brain Store Project in Sofia.
Alle Bilder © Daniel Aschwanden
(26.5.2009)
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